Gasometer Presseschau
Diese Gasometer-Presseschau umfasst alle Artikel der Tages- und Wochenpresse seit dem Gemeinderatsbeschluß zum Umbau der leeren Gasometer-Hüllen zum Wohn- und Geschäftszentrum von 1996. Der Zeitraum reicht bis zum Jahr 2003.

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2002

Telekommunikations
Report

 

Störfall Gasometer (29. Jänner 2002)
Handicap. „Die Sachlage ist nicht einfach", sagt Otis-Chef Peter Schweng.
Manche Aufzüge im Wiener Gasometer B fahren nicht so, wie sie sollten. Nach anfänglichem Stillstand ruckeln manche der Förderkabinen noch immer abwärts, berichten betroffene Mieter. "Es ist eine zähe Geschichte, man merkt, dass sehr viele Aufzüge in sehr kurzer Zeit geliefert und installiert wurden", sagt ein hochrangiger Vertreter der betroffenen Wohnbauvereinigung GPA. Trotzdem möchte er dem Lieferanten, der Firma Otis GmbH, nichts Übles nachsagen. Grund dafür ist die Marktkonzentration bei Aufzügen, die verärgerte Kunden zu Schweigern werden lässt.
Peter Schweng, Chef der Otis GmbH, welche rund 40 Lifte in die Gasometer geliefert hat, bedauert. "Die Sachlage ist nicht einfach, ursprünglich war eine stufenweise Fertigstellung der Gasometer geplant, nach dem Einsturz der Decke hat sich einiges verzögert", sagt er. Weiters verweist er auf die Komplexität von Liftanlagen: "Ein Aufzug ist eine Anlage, deren Feinjustierung erst im Schacht, also beim Kunden, vorgenommen werden kann." Dazu komme, dass ein Teil der für die Fernüberwachung der Lifte erforderlichen Telefonleitungen kurz nach der Inbetriebnahme der Wohnanlage einfach gekappt wurde. Nachträglich als Handicap sieht Schweng auch das Faktum, dass die Aufzüge im Gasometer B bereits während der Bauzeit in Betrieb genommen wurden. Trotzdem ist er zuversichtlich, dass die Sache bald vom Tisch ist. "Wir haben permanent ein Team vor Ort, das sich der Sache annimmt, in zwei bis vier Monaten sollte der Fall ohne Kosten für die Mieter erledigt sein", betont Schweng. Beruhigend, wenn man bedenkt, dass manche Wohnungen bereits seit Juli bezogen sind.
Die Sache mit den Ruckelliften ist jedoch nur Teil einer Geduldsprobe, der die Simmeringer Neumieter ausgesetzt sind. Bei zahlreichen Wohnungen wurden bereits zuvor die Türschlösser und die WC-Spülkästen ausgetauscht.
Franz Artner

 

Leben im Gasometer (Februar 2002)
Die markanten Industriedenkmäler sind beliebtes Ausflugsziel für Design-Fans aus aller Welt. Innenansichten eines der hippesten Architekturprojekte Wiens.

Sie sind neben dem Museumsquartier Wiens aktuellstes Prestigeprojekt: die Gasometer in Simmering. Umgebaut von höchst renommierten Architekten - Jean Nouvel, Coop Himmelb(l)au, Manfred Wehdorn und Wilhelm Holzbauer gestalteten je eines der Bauwerke - sind sie Anziehungspunkt für DesignFreaks aus aller Welt. Und heiß begehrte Wohnobjekte. Nach fünfjährigen Umbauarbeiten entstanden in den Ziegelhüllen der 102 Jahre alten und 70 Meter hohen Industriemonumente 615 Wohnungen sowie 11.000 m2 Bürofläche. Außerdem beherbergen die Gasometer ein Studenten- und ein Kindertagesheim, eine Shoppingmall mit 22.000 m2 sowie eine Veranstaltungshalle für 4200 Gäste. Im angrenzenden, neu gebauten „fünften" Gasometer befinden sich das Hollywood Megaplex-Kino mit zwölf Sälen und ein Restaurant- und Entertainmentbereich. Bewohnt wird die Mega-Anlage hauptsächlich von jungen Singles und Thirty-something-Paaren.

DIE RAUMFAHRER
„Manche kommen zu uns in die Wohnung und finden sie schrecklich", grinst Boris Huber, „andere sagen, sie würden sich nicht wundern, wenn hier gleich ein Raumschiff landet." Den futuristischen Look findet Huber, seines Zeichens Bauingenieur, jedenfalls schon von Berufs wegen faszinierend. „Aber die wirkliche Spannung entsteht durch die Gegenüberstellung von alt und neu, urban und nostalgisch", schwärmt der Techniker.
Endgültig überzeugt waren die Hubers aber angesichts des relativ günstigen Kaufpreises. „20.000 Schilling für den Quadratmeter sind ein schlagendes Argument", so der 36-jährige. „Um den Preis bekommt man nichts Vergleichbares." Nicht einmal der Straßenlärm, der ab und zu von der Südosttangente herüber weht, stört. Denn „Vorher haben wir in Gürtelnähe gewohnt", so Christine Huber, „da war es viel lauter." Schade findet sie nur, dass es so wenige Kinder in den Gasometern gibt - in Christinas Kindergartengruppe tummeln sich gerade mal zehn Zwerge. „Aber es werden schon noch mehr werden", hofft die 32-jährige Mutter. Bestimmt. Denn immerhin sind die meisten Gasometer-Bewohner zwischen 20 und 40 Jahre - das ideale Alter zum Kinder-Kriegen.

DER ÜBERFLIEGER
„Am liebsten würde ich ja im Hotel wohnen", gesteht Hobbypilot Martin Stacherl und schaut dabei in den roten Wintersonnenuntergang, „aber sonst kommt diese Wohnung meinen Träumen sehr nahe. Es ist hier oben fast wie im Flugzeug." Womit er nicht unrecht hat. Von seinem Bett aus - rechts und links davon zwei 20 m2 große Terassen - eröffnet sich ihm ein einzigartiges Panorama. Der Blick reicht vom Rinterzelt im Nordosten Wiens bis zum Stephansdom, vom burgenländischen Leithagebirge bis zum niederösterreichischen Schneeberg. Und dann auch noch die spektakulären Sonnenuntergänge über den Dächern Wiens: „Das ist Luxus, den ich nicht mehr missen will,"
Abgesehen vom Flieger-Feeling war es die extravagante Architektur, die den Reisebüroeigentümer Stacherl in den Gasometer gelockt hat. Das sogenannte „Schild", ein 18-stöckiger Anbau an den Gasometer B, ist das einzige nach außen hin sichtbare Zeichen für die Modernisierung der ehemaligen Gasbehälter. „Das ist urbanes Wohnen", so Stacherl, „wie ich es mir vorstell". Außerdem kenne ich fast alle meine Nachbarn. Es macht Spaß, hier zu sein."

DIE DESIGN-FREAKS
„Es ist ein Paradies", schwärmen die Daniels unisono, „perfekt für unsere jetzige Lebenssituation." Und sprudeln los: die Transparenz der Wohnungen („Man ist allein, aber nie einsam"), die Nachbarn („Eine unheimlich freundliche Atmosphäre, wir haben oft spontan Gäste"), die Nahversorgung („Wir fahren einfach mit dem Aufzug in den Supermarkt im Erdgeschoss"), der Kindergarten für Aline („Wir müssen gar keine Jacke anziehen"), die Nähe zur Innenstadt („Mit dem Auto braucht man keine zehn Minuten bis in unser Büro im 4. Bezirk") - all das hat die Daniels bewogen, hierher zu ziehen.
Funktionalität gepaart mit hoher Ästhetik. Dieses Motto ziehen die Daniels konsequent durch: in ihrer eigenen Werbeagentur ebenso wie im Design ihrer Wohnung. „Ein befreundeter Architekt, der in Kanada lebt, hat die Wohnung für uns per Telefon und Internet durchgeplant", erzählen die beiden Design-Freaks. „Selbst für die Beleuchtung haben wir einen Lichtdesigner aus Kanada beauftragt." Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und das wird es auch. Wenn wieder einmal spontan Gäste vorbeikommen.

DIE WOHNRAUM TÜFTLER
Christa Neubauer ist ein Unikat. Denn sie ist eine der ganz wenigen „Gasometti", die auch in Simmering aufgewachsen ist. Dass sie mit Tochter Nina und Lebensgefährten Andreas im Gasometer gelandet ist, war aber purer Zufall. Die Annäherung an den runden Ziegelbau erfolgte jedenfalls vorsichtig. Immer wieder sind sie zu dritt die 280 Stufen im Rohbau hinaufgeklettert, haben über den Plänen gebrütet und sich den Kopf über Dachschrägen, ungerade Winkel und dazu passend Möbel zerbrochen „Das war nicht immer leicht", sagt Christa Neubauer, immer musste man sich fragen: Hau' ich ma da nicht den Kopf an? Ist die Zimmerdecke hier für den zwei Meter hohen Kasten hoch genug? Und so weiter." Schön langsam lebt sich das Paar hier aber ein - und will vor allem die Infrastruktur nicht mehr missen. „Es ist herrlich, ich gehe quasi in Hauspatschen ins Kino", lacht die AUA-Angestellte. Ein Ort zum Altwerden also? „Auf jeden Fall", sagen Neubauer und Lebensgefährte Nittel unisono, „solange wir die vielen Stufen in der Wohnung rauf und runter schaffen, bleiben wir da."

 

Wiener Gasometer-City (6. Februar 2002)
Unerreichbarfür Behinderte und "Zwillings-Mütter"?
Wiens neuester, attraktiver Stadtteil bei den Gasometern wurde innerhalb kürzester Zeit zum Publikumsmagneten. Leider nicht für alle Menschen: Behinderte und Mütter von Zwillingen können die U-Bahn-Haltestelle "Gasometer" nicht benutzen. Der Lift ist zu klein!
Manuela Tschanter aus Wien ist Rollstuhlfahrerin. Sie hat einen besonders komfortablen Elektro-Rolli. So sehr er ihr sonst den Alltag erleichtert, bei der neuen Wiener Attraktion "Gasometer" ist Endstelle.
Denn der Lift bei der U-Bahn-Haltestelle "Gasometer" kann nur als Fehlkonstruktion bezeichnet werden. Für Behinderte. Und Mütter von Zwillingen, die noch im Kinderwagen chauffiert werden müssen: Die Einfahrt in den Aufzug funktioniert noch, doch statt den Lift in derselben Richtung wieder verlassen zu können, wurde die Lifttür zum Ausgang im rechten Winkel versetzt (siehe Foto). Ein Um-die-Ecke-Fahren in der engen Kabine ist für Rollifahrer und "Zwillings-Mütter" ein Ding der Unmöglichkeit - wir haben uns überzeugt.
Um gleich einer oberflächlichen Abwehrreaktion vorzubeugen - "Das ist ein Elektro-Rollstuhl, und die sind ja nicht üblich": Wie ist das mit Menschen mit vorbergehenden Behinderungen, etwa Gipsbeinen in Strecklagen? Wir laden die verantwortlichen Architekten ein, einen Tag im Rollstuhl zu verbringen oder sich als "Leihopa" von Zwillingen mit dem Wagerl zu betätigen! Die Gemeinde Wien hat bekanntlich teures Lehrgeld für die beim ersten U-Bahn-Bau vergessenen Aufzüge bezahlen müssen.Vielleicht nicht genug?

 

Das Kino zieht öfters um (9. Februar 2002)
Die Wiener Gasometer beherbergen seit kurzem auch ein Multiplex-Kino, die vorläufige Endstufe in der Entwicklung des Kinos. Insofern ist der Ort nicht ungeeignet, einen Blick zurückzuwerfen, auf die vielen Metamorphosen jener Einrichtung, in der Filme vorgeführt werden. Die "Kleinausstellung" Vom Lichtspieltheater zum Kinocenter - Wiens Kinowelt gestern und heute bietet anhand von Fotos, Programmen, Akten, etc. einen Abriss dieser Kulturgeschichte - vom obdachlosen Kinematographen der Frühzeit, über den Kinoboom der Nachkriegszeit, bis zum in den 60er-Jahren vom Fernsehen mitverursachten Kinosterben. Letztere Entwicklung hält, zumindest was die Kinos der Wiener Innenstadt betrifft, an, und so darf man die Schau auch als Warnung davor sehen, manches Lichtspielhaus (bald) nur noch als Abbildung betrachten zu können. (kam) Gasometer D (Zugang über Gasometer A), 11., Guglgasse, 4 Stock, (01) 4000-84831. Mo-Mi, Fr 9-12.00, Do 13-18.00

 

Viele kommen nur Gasometer-Schauen (4. März 2002)
Sechs Monate nach Eröffnung: Bis zu 15.000 Besucher täglich, aber einige Geschäftsleute klagen
von Hannes Uhl
Wiens prestigeträchtigstes Wohn- und Büroprojekt der vergangenen Jahre hat seit einem halben Jahr geöffnet. Die Gasometer beherbergen seither nicht nur 3000 Menschen, die in dem 174-Millionen-Euro-Komplex wohnen und/oder arbeiten, sondern locken auch Wienerinnen und Wiener zum Shopping an.
15.000 bis 18.000 Besucher pro Tag prognostizierte Center-Manager Herbert Strobl am Tag der Eröffnung für die hippe „G-Town" in wenig exklusiver Insellage. „Geworden sind es 13.000 bis 15.000," gibt Strobl jetzt Auskunft. Wer von den Besuchern nicht nur die Architektur der Rundbauten in der Peripherie besichtigt, sondern auch ein paar Euro in der Einkaufswelt lässt, bleibt offen. Eine KURIER-Umfrage vor Ort kommt auf ein ausgewogenes Verhältnis von 50 Prozent Käufern und 50 Prozent Schaulustigen.
Die Bilanz der Geschäftstreibenden in den Gasometern nach monatelangem Dauerwettbewerb mit Donauzentrum, SCS und Lugner City fällt gemischt aus: „Ein neues Shoppingcenter muss sich halt erst etablieren," sagt Renate Zinober von der Modekette Schöps, „das geht nicht von Null auf Hundert." Trotzdem sei sie nun - nach anfänglichem Bauchweh - sehr zufrieden.
Miroslav Petrovic vom unmittelbar neben dem Kino-Center gelegenen „Bierometer" vermisst den Publikumsmagneten. „Den Gasometern fehlt einfach der große Elektromarkt, der auch CDs anbietet. Wer im Center kauft, will alles auf einem Platz." Mit dem Mittags- und Abendgeschäft ist er zufrieden. „Mittags kommen die Leute aus den Büros, abends leben wir vom Kino."
Ursula Novotny, Pressesprecherin der Mobilkom Austria, die einen Shop im B-Turm betreibt, steht dem Standort uneingeschränkt positiv gegenüber. „Der Standort ist für uns optimal. Wir haben alle gesteckten Ziele erreicht."
Anders Leopold Nahlowsky: „Das Einzugsgebiet ist halt schwach," bemängelt der Geschäftsführer der Cocktailbar Sidewalk, „vor allem während der Woche müsste mehr unternommen werden, um Leute hierher zu bringen." Das Wochenendgeschäft sei gut.

BOOM
Andreas Zenker, Pressesprecher des Verkehrsbüros, die ebenfalls eine Filiale in den ehemaligen Industrietürmen betreibt, hofft auf anhaltende Kundenfrequenz. „Am Anfang dachten wir, die Filiale hebt ab, so stark war der Boom. Doch das hat sich nicht fortgesetzt, die Filiale ist auf eine mittlere Auslastung zurückgefallen." Sorge bereite ihm vor allem die Tendenz. „Wenn noch weniger Schaulustige kommen, wird die Kundenfrequenz auf Dauer nicht ausreichen." Generell wünscht sich Zenker mehr Werbung. „Immerhin zahlt jeder Mieter auch eine Werbepauschale."

KAMPF
Center-Manager Herbert Strobl sieht sich nach der Gasometer-Umfrage darin bestätigt, die Werbung bezirksweise zu schalten. „Der Kampf um Marktanteile wird aber immer härter," meint er, „und die großen Einkaufscenter haben einfach mehr Werbebudget." Während das Donauzentrum, Wiens größtes Einkaufszentrum, über ein Werbebudget von 1,3 Millionen ¤ verfügt, haben die Gasometer weniger als 725.000 ¤ zur Verfügung. Im Budget ist das fünfmal jährlich erscheinende Shopping-Magazin der Gasometer schon enthalten; für Plakataktionen bleibe nichts mehr, so Strobl.
Bleibt die Frage, wie man dauerhaft Kundenfrequenz in den Gasometern schafft? „Hut ab vor dem Baumeister Lugner," meint Center-Manager Strobl. Um auch in die Gasometer einen Schein von Prominenz zu bringen, baut Strobl vor allem auf Sportler. Im März steigt eine Abendgala mit Modenschau, zu Ostern werden Nester versteckt. Und vielleicht auch ein paar neue Kunden

 

Nur 5,2 Prozent der Kunden wohnen im Gasometer (4. März 2002)
Der klassische Gasometer-Kunde ist eine Frau, 15- bis 30 Jahre jung und wohnhaft in Simmering. Das wurde von den Gasometer-Betreibern in einer zweieinhalbwöchigen Umfrage unter 9958 Besuchern erhoben.
Eines fällt dabei besonders auf: Nur 5,2 Prozent der Kunden im Shopping-Center zählen zu den rund 1700 Bewohnern der Gasometer. 94,8 Prozent kommen von außen - per Auto oder mit der U3. Der Druck, Kundschaft ins Shoppingcenter zu bringen, ist somit groß.
Die lokale Bedeutung des Centers für die Nachbarbezirke ist groß. Der mit Abstand größte Anteil der Kundschaft kommt mit 21,5 Prozent aus dem 11. Bezirk (Gasometer-Bewohner exklusive), danach folgt der an Simmering grenzende und an der U3 liegende dritte Bezirk mit 10,5 Prozent. Favoritner sind in den Gasometern mit 7,2 Prozent ebenfalls stark vertreten. Die verbleibenden 60,8 Prozent verteilen sich relativ gleichmäßig auf die restlichen Bezirke, wobei die Donaustadt und Leopoldstadt aufgrund der verkehrsmäßigen Anbindung (Süd-Ost-Tangente und Lände) noch die meisten Besucher nach Simmering bringen. Ein nicht unerheblicher Teil der Besucher - 1087 Personen bzw. 10,9 Prozent - kommt aus den Bundesländern, der Großteil davon, nämlich 709 Personen, aus Niederösterreich.
Die Geschlechterverteilung in den Gasometern ist ausgewogen. Mit 52,8 Prozent sind die Frauen etwas stärker vertreten. Die Altersstruktur: 40,8 Prozent der Besucher sind zwischen 15 und 30 Jahren alt; 35,9 Prozent zwischen 31 und 50 Jahren alt. Ergibt in Summe 76,7 Prozent. Resümee der Studienautoren: „Die Positionierung des Centers in der Hauptzielgruppe 15 bis 45 Jahre kann als gelungen bezeichnet werden."

 

Eine Frotzelei mit doppeltem Handlauf (11. März 2002)
Gasometer: Auf einer Rollstuhlrampe herrscht Rollstuhlverbot . Von Thomas Rottenberg
Wien - "So etwas darf nicht sein." Matthias Halmer war hörbar erstaunt. "Bis heute Abend ist das weg." Schließlich, so der Manager des Hollywood-Multiplex Kinocenters in der Gasometer-City, erfülle sein Kino alle Anforderungen, um das Etikett "behindertengerecht" zu tragen.
Darum hatte Halmer zunächst nicht glauben wollen, was ihm Freitagnachmittag vonseiten des STANDARD als Frage an den Kopf geworfen worden war: wieso jene Rampe, die zu seinem Center führt, das Schild "Rollstuhlverbot" trage. Rollstuhlfahrer hatten sich an den STANDARD gewandt: "Das Kino ist tipptopp ausgestattet. Die Rampe auch: Sie hat sogar Handläufe in zwei Höhen." Das Schild als Frotzelei zu empfinden sei "noch das Mindeste".
Halmer kann nur beipflichten: "Das ist doch der Notausgang für Rollstuhlfahrer. Ich war zwei Wochen nicht hier und sehe das jetzt zum ersten Mal." Formal zuständig sei allerdings die Liegenschaftsverwaltung im Gasometer.
Ebendort steht man jedoch zu Verbot und Schild: "Man kommt mit dem Rollstuhl ja nicht bis ins Kino, sondern nur bis zu einer weiteren Rampe im Inneren des Gebäudes. Die hat Stufen, die ins Kino führen", wird erklärt. Nicht erwähnt wird allerdings, dass unter der zweiten Rampe Notausgangtüren sind, die - schwellenlos - zu jenem Lift führen, der von der Tiefgarage ins Kinofoyer führt.
Der offizielle Rollstuhlweg, beharrt man seitens der Liegenschaftsverwalter jedoch, führe nicht hier durch: Rollstuhlfahrer müssen - auf der Straße - an drei Gasometern vorbei und danach - innen - durch die Shoppingmall in ebenjenen drei Gasometern wieder zurück. Menschen die gehen können, erklimmen währenddessen eine sanft ansteigende, etwa 25 Meter lange Rampe und winken den Autofahrern im Parkhauslift zu.
Kinomanager Halmer will das nicht einsehen: "Statt des Verbotes am Fuß der Rampe wäre ein Wegweiser sinnvoll." Allerdings nicht unbedingt einer, der den "offiziellen" Weg zum Kino beschreibt.

 

Auf dem Rad über den neuen Gaswerksteg (21. April 2002)
Wetterfest präsentierte sich Samstagnachmittag Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker bei der Neueröffnung des Gaswerksteges. Schicker und mehrere Beamte radelten vom Prater aus zur Eröffnung. Trotz Regen und glitschiger Straßen. Die jetzt auch für Rollstuhlfahrer adaptierte Fahrradbrücke verbindet Wohngebiete aus Wien-Landstraße mit dem Gasometer in Simmering und dem Prater. Die Revitalisierung der Brücke kostete 2,6 Mio. Euro.

 

Gasometer bekommen Zuwachs (23. Mai 2002)
Hochhaus „Gate 2" in der Guglgasse wird 2004 eröffnet
Es gehört offenbar zum guten Ton der Hochhausprojekte in Wien, sich international zu geben. „Gate 2" heißt demnach der neue Bürokomplex in Erdberg, der ab Ende 2002 angrenzend an die U-Bahn-Station neben den Gasometern errichtet wird. Der Name „Gate" soll auf die Funktion des zwanziggeschoßigen Hochhauses als Tor ins Entwicklungsgebiet Erdberg verweisen. Der Zweier steht für die beiden Bauträger - BAI und SEG - und die zwei Planungsteams (Büro Hollein sowie Büro Hermann/Valentiny).
Das gesamte Investitionsvolumen beträgt 70 Millionen ¤. Insgesamt entstehen auf dem Areal 32.600 Quadratmeter Bürofläche, dazu kommen Geschäfte, Cafe´s und 370 Stellplätze. Allein im Tower werden 900 Mitarbeiter Platz finden. In den damit verbundenen Mittel- und Flachbauten finden weitere 700 Mitarbeiter Arbeitsraum vor.
Die öffentliche Anbindung des Projektes ist mit der U 3 gegeben. Die gute Lage an der Südost-Tangente und die rasche Anbindung an den Flughafen sollen Mieter anlocken.

 

Das Grätzel rund um die Gasometer wächst weiter (23. Mai 2002)
Auf dem riesigen Areal Neu-Erdberg - Simmering entsteht bis Ende 2004 ein neues Highlight. "Gate2" heißt das Großprojekt, dessen Blickfang ein 20-stöckiges Gebäude sein wird und Büroflächen für knapp 1600 Mitarbeiter bietet. Es wird auch einen direkten Zugang zu den Geschäften und Lokalen der Gasometer geben. "Dieses Gebiet verfügt über ein hohes Entwicklungspotential und ist für Wien von großer Bedeutung", betont Planungsstadtrat Rudolf Schicker.

 

"G-Town" wird zu normalem Center (28. Mai 2002)
"G-Town" wird zu normalem Center Gasometer verspekulierte sich mit Jugend
Das Shoppingcenter unter einem der interessantesten Immobilienprojekte Wiens, den zu Wohnanlagen umgebauten Gasometern, muss seine Strategie ändern. Der Versuch, die "G-Town" als urcooles Einkaufszentrum für 15- bis 25-Jährige zu etablieren, darf als nicht gelungen bezeichnet werden.
Der Name "G-Town" wird in der Kommunikation so gut wie nicht mehr verwendet, bestätigt Peter Ulm, Vorstand der Immobilienentwickler Zwerenz und Krause AG, gemeinsam mit einem angloamerikanischen Fonds-Investor in Wien-Simmering. Vielmehr soll nun mit dem althergebrachten Begriff Shoppingcenter gearbeitet werden.
Trotz aller Gutachten und Aussagen von Trendforschern ist das junge Publikum ausgeblieben. "Die jungen Leute, die in den Gasometern wohnen, haben offensichtlich nicht noch mehr Junge angezogen." Auch Manfred Zentner vom Jugendmarketer T-Factory (siehe Artikel links) erhob bei befragten Jugendlichen ein eher indifferentes Bild des Einkaufszentrums "G-Town".
Laut Ulm werde man sich künftig eher drauf konzentrieren, für den neu entstehenden Stadtteil in Simmering das Zentrum fürs Geldausgeben zu werden. Dazu muss man den Mix der Geschäfte aber noch verändern. Derzeit ist die (ehemalige) "G-Town" zu verwechselbar, es gebe zu wenig Gründe, Simmering etwa der Mariahilfer Straße vorzuziehen, sagen Kritiker.
Bei Zwerenz & Krause sieht man das Setzen auf die falschen Pferde als "eines der Risiken, die es beim Entwickeln eines Großstandortes eben gibt". Man brauche im Schnitt drei Jahre, dann müsse das Geschäft laufen. Die Gasometer-Mall wurde im August 2001 eröffnet. (szem)

 

Erste Bilanz für die Gasometer (15. Juli 2002)
G-town war den WienerInnen zu nüchtern, Mall wird gut angenommen.
Nadja Traxler-Gerlich
Die "neuen alten Gasometer" sind im September 1 Jahr alt. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" zieht Peter Ulm, Vorstand von Zwerenz & Krause und Eigentümervertreter der Gasometer eine 10-Monats-Bilanz. Faktum: Das Gasometer-Projekt wird gut angenommen. Dass es sich um einen nicht nur historisch interessanten, sondern viel mehr um einen Top-Standort handelt, zeigen die vielen sich bereits in Bau bzw. in Planung befindlichen Projekte, die rundherum im "Erdberger Mais" verwirklicht werden. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass "man im Sinne eines konsequenten Lebenszyklus-Managements an kleineren und vielleicht auch größeren Rädchen laufend zu drehen hat", so Peter Ulm.
"Auf manche Dinge sind wir selbst draufgekommen in den vergangenen 10 Monaten", erklärt Peter Ulm die Geburtswehen. "So zum Beispiel, dass sich die Wiener ihre Gasometer nicht nehmen lassen. Der Versuch durch ,G-town' eine Marke sozusagen darüber zu legen, ist nicht genügend angenommen worden. Sicher deshalb, weil eben der Name Gasometer bei fast allen Wienern seit langem im Sprachgebrauch ist", so Ulm.
"Andere Veränderungen haben ihren Ursprung in der sehr vitalen Community auf unserer Website", zeigt sich der Eigentümervertreter von der aktiven Diskussion - auch mit den Bewohnern - erfreut. "Basierend auf den Hinweisen unserer Kunden, dass die Atmosphäre zu nüchtern sei, wurden umfangreiche dekorative Veränderungen bereits vorgenommen. Wie schön auch immer die geplante glatte Architektur sein mag, unser Hauptkunde ist der Simmeringer Kunde", sieht sich Peter Ulm den Nutzern gegenüber verpflichtet.
Das Shopping Center der Gasometer ist das Größte seiner Art in diesem Bereich und hat damit eindeutig Nahversorgungscharakter. 70 Prozent der Kunden kommen aus Simmering, einem Teil des 10. Bezirkes und einem Teil des 3. Bezirkes. " Die G-town war eindeutig für junge Kunden zwischen 15 und 20 positioniert, sie wird von dieser Altersgruppe auch gut angenommen, aber nicht nur von dieser", so Ulm zur Neuausrichtung. "Die Gasometer müssen sich also öffnen, sich in ihrer Jugend ein wenig zurücknehmen."
Der Branchenmix muss daher geändert werden und damit wurde auch schon begonnen. Es geht verstärkt in Richtung Familie, ein möglichst breites Angebot wird die G-town zum Gasometer Shopping und Entertainment führen. "Einige interessante Erweiterungen und Ergänzungen, die uns auch viel in der Frequenz bringen werden, sind gerade in der Abschlussphase", gibt Eigentümervertreter Ulm bekannt, "und werden dann in den nächsten ein bis zwei Monaten wirksam werden. Mit dem 1-Jahres-Geburtstag im September sollten dann die wichtigsten Stepps abgeschlossen sein." dazukommen wird etwa ein Spielwarengeschäft, eine Außenstelle der Wiener Gebietskrankenkasse, sowie zwei andere Servicebetreibe dieser Art.
"Mit der Frequenz gegen das Wochenende hin, liegen wir gut im Plan. Schwächer als erwartet ist der Wochenanfang. Aus diesem Grund nehmen wir seit Jahresbeginn bei unserer Eventplanung verstärkt auf den Wochenanfang Bedacht", so Ulm. Ein gutes Beispiel dafür war die WM-Aktion, wo auch am Wochenanfang viele Fans den Live -Spielen via Großbildleinwand folgen konnten. "Noch nicht ausreichend verankert ist die positive Tatsache, dass wir 1200 Parkplätze in 3 Garagen mit 1 Stunde Gratisparken anbieten", erklärt Vorstand Ulm die Tatsache, dass rund 50 Prozent der Gasometer-Besucher mit der U-Bahn kommen. Um diesen Vorteil deutlicher herauszustreichen, startet dieser Tage die Aktion "Happy Summer Parking". Ulm: "Unsere Kunden können bis Ende August in der Garage E täglich 3 statt bisher 1 Stunde gratis parken. Eine Parkrabattkarte liegt in allen Shops auf." Mehr als 3,50 Euro (im Aktionszeitraum 2.50 Euro) kostet ein ganzer Parktag in den Gasometern ohnedies nicht.
Was der Standort braucht ist Entwicklung und von dieser wird es in den kommenden Jahren genug geben. "Das Gasometerumfeld soll sich zu einem verdichteten Büro- und Gewerbegebiet entwickeln. Dies entspricht ca. 1.500 Einwohner und 3.500 Arbeitsplätzen." (Zitat: Studie RegioPlan). In der unmittelbaren Umgebung gibt es sehr konkrete Planungsüberlegungen im Bereich von: Areal der Wiener Gaswerke; Ehemaliger Schlachthof St. Marx (200.000 m2), Aspanggründe (ca. 400.000 m2 Nutzungsmenge) und weitere.

 

Gasometer in Fakten & Zahlen (15. Juli 2002)
Die neue Supercity bietet in den vier 102 Jahre alten und 70 m hohen Gasometern eine Shoppingmall mit 22.000 m², eine Veranstaltungshalle für 4.200 Gäste, 615 neue Wohnungen, ein Studentenheim mit rund 230 Plätzen, ein Kindertagesheim, das Wiener Landesarchiv und 11.000 m² an Büroflächen. Im angrenzenden, neu gebauten "fünften" Gasometer, dem Entertainmentcenter, befindet sich das Hollywood Megaplex-Kino mit 12 Sälen, 2.000 m² Shops und ein Restaurant- und Entertainmentbereich auf 2.600 m².
Die Stadt Wien hat 310 Mill. Schilling an Wohnbauförderungsmitteln aufgewendet, um das gesamte Investitionsvolumen mit 2,4 Mrd. Schilling zu ermöglichen. Bereits bei seiner Entstehung hat das Projekt alle Grenzen gesprengt. Mit einer bebauten Fläche von 220.000 m² war es eine der größte Baustellen Mitteleuropas. Bereits ein halbes Jahr vor Eröffnung waren die Geschäfte vermietet. Der Branchenmix wurde entsprechend der Grundkonzeption der G-town "für junge Menschen jeden Alters" erstellt. Auf 22.000 m² präsentieren sich 70 Geschäfte. Es wird mit 15.000 bis 18.000 Besuchern pro Tag in der 450 m langen Shoppingmall gerechnet. Eine kurze Auswahl der Shops: Gigasport, Nico, Esprit, Orsay, Pimkie, H&M, Schöps, Niedermeyer, Spar-Gourmet, Anker, McDonald's, New Yorker, Tango, max.mobil, One, Palmers P2, Douglas, Top Schuh.
Das Nahversorger-Angebot: Für die rund 3.000 Personen, die hier arbeiten und wohnen, erfüllt die G-town eine wichtige Nahversorgerfunktion. Auch deshalb sind 15 Prozent der Gesamtfläche der Mall dieser Funktion gewidmet: Lebensmittel, Drogerie, Banken, Blumen, Friseur, Putzerei, Trafik, Apotheke, Bäckerei, Parfumerie und Reisebüro. Der Branchenmix im Detail: 27 Prozent Bekleidung; 19 Prozent Leisure und Sport; 15 Prozent Gastronomie; 10 Prozent Schuhe/Lederwaren; 7 Prozent Entertainment; 5 Prozent Nahrungsmittel; Rest: Verschiedenes.

 

Ein Jahr Gasometer: Lust & Frust (26. September 2002)
Bewohner zeigen sich zufrieden / Shopping-Center versucht einen Neustart
von Hannes Uhl
Wer macht mit bei der Saunarunde?" - „Wo bekomme ich am Sonntag frische Semmeln?" - „Wie wär's mit einer Bücherei im Gemeinschaftsraum?"
Wer wissen will, was die Bewohner der Gasometer ein Jahr nach dem Einzug beschäftigt, schaut am besten auf deren Homepage. In Foren diskutieren sie ihr neues Gasometer-Leben, kündigen Partys an oder beschweren sich über den dabei entstehenden Lärm. Gröbere Probleme tauchen nicht auf; das hippe Leben im eng verbauten Zylinder findet Gefallen.
„Ich möchte nicht mehr ausziehen," sagt Ulrike Stark, die im Gasometer C eine Single-Wohnung hat. Es würden zwar gerade ihre falsch montierten Fenster getauscht, aber dafür hat sie Verständnis - bei einem Bau dieser Größe. „Der Grundriss der Wohnung, die gesamte Anlage, einfach außergewöhnlich," sagt die junge Frau. Einziger Nachteil: Touristen und Neugierige, die in den Wohnbereich gelangen, und dann ihre Nasen überall reinstecken.

INSELLAGE
„Von Nachteil ist die Insellage," meint Martin Füreder, Product Manager beim Multimedia-Anbieter Hutchison 3G Austria im Gasometer C. Klar habe man mehrere Restaurants zur Auswahl, schlussendlich sei es aber Tag für Tag dasselbe. „Und etwas mehr Grün rundherum, das wäre schon nett."
Familie Huber ist für die klassische Gasometer-Jungfamilie fast schon zu alt. Die Kinder Alina und Joachim haben bereits Freunde gefunden, schätzen den Spielplatz und die Rutschtauglichkeit ihrer Stiege. „Die Nachbarn sind nett. Und wenn es lauter wird, sorgen die Wände für gute Lärmdämmung", sagt Mutter Michaela. „Fein ist vor allem die Nahversorgung im Haus." Nachteil: Die Balkone in den Innenhof, die schon ein bisschen Wohnblock-Feeling aufkommen lassen.
Während also die Gasometer als Wohnstätte gemeinhin gute Kritiken bekommen, bleibt das Einkaufscenter hinter den Erwartungen. Der Versuch, die „G-Town" als ultra-cooles Einkaufszentrum für die Jugend zu etablierten, ist fehlgeschlagen. Die Marke „G-Town" soll deshalb in den Mistkübel; „Gasometer - Shopping und Entertainment" heißt es nun.
„Das junge Publikum hat nicht genug Kaufkraft," sagt Peter Ulm, Eigentümer-Vertreter des Shopping- und Entertainmentcenters, „darum haben wir die Zielgruppe um Familien und Käufer mittleren Alters erweitert."

ATMOSPHÄRE
Mit Umbauten und neuen Geschäften sollen Familien gelockt werden; eine Boutique ist bereits einem Kindermodengeschäft gewichen. Das verbreiterte Sortiment soll in freundlicherer, gemütlicherer Atmosphäre verkauft werden, eine Außenstelle der Wiener Gebietskrankenkasse ab Herbst für Laufkundschaft sorgen.
Für 2003/04 ist eine Erweiterung geplant. „Attraktive Branchen" sollen kommen, verspricht Ulm. Wunschkandidat wäre natürlich ein Multimedia-Shop mit CDs, DVDs usw. Doch die Big Player im Unterhaltungsmarkt lassen sich bitten.

 

Kürzer Warten auf mehr Leistung (5. November 2002)
Neues WGKK-Kundencenter im Gasometer für 3. und 11. Bezirk
von Werner Windhager
Mehr Leistungen bei gleichzeitig schnellerer Abwicklung verspricht das neue Kundencenter für den 3. und 11. Bezirk der Wiener Gebietskrankenkassen im Gasometer: Offene Büros, klare Gliederung und vor allem ein „One-Stop-Shop"-Prinzip - was nichts anderes heißt, als dass ein Sachbearbeiter auch mehrere verschiedene Anliegen eines Kunden bearbeitet.
„Wenn jemand kommt, um Krankengeld und eine Mitversicherung zu beantragen, dann muss er sich nicht mehr an zwei Stellen wenden, sondern ein Mitarbeiter erledigt das", sagt Andreas Besel, Bezirksstellenleiter im Kundencenter - was kürzere Wartezeiten bedinge.
Neu im Kundencenter ist die organisatorische Teilung in einen medizinischen Bereich und einen Leistungsbereich. Für beide Bereiche gibt es einen eigenen Empfang, was die Orientierung für die Kunden erleichtert und Wartezeiten ebenfalls verkürzt. So werden z. B. Krankenscheine künftig bereits am Empfang ausgestellt.
Ein großer Vorteil des neuen Kundencenters: Es ist mit der U 3 direkt erreichbar. Zusätzlich garantiert ein eigener Lift von der Guglgasse in das Kundencenter einen hindernisfreien Zugang für Rollstuhlfahrer.
25 Mitarbeiter, darunter zwei Ärzte, werden sich um jährlich rund 160.000 Besucher kümmern. Daher wurden auch die Öffnungszeiten verlängert: Der Parteienverkehr findet künftig Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von acht bis 15 Uhr statt, der Donnerstag wird zum langen Tag mit einer Öffnungszeit von acht bis 17 Uhr. Für WGKK-Obmann Franz Bittner ist das neue Kundencenter „ein Beispiel dafür, dass die Wiener Gebietskrankenkasse große Fortschritte bei der Verbesserung der Kundenbetreuung gemacht hat."
Die Kunden scheinen das zu honorieren. Zumindest geht das aus einer Umfrage hervor, die die WGKK in diesem Jahr durchgeführt haben. Demnach zeigen sich 80 Prozent der 3000 Befragten mit der Erfüllung ihrer Anliegen und der Freundlichkeit der Mitarbeiter zufrieden. Immerhin 70 Prozent waren es noch, was die Schnelligkeit der Abwicklung betrifft.

 

WGKK-Center im Wiener Gasometer (15. November 2002)
Gestern wurde das neue Kundencenter der Wiener Gebietskrankenkasse im Gasometer eröffnet. Freundlichere Atmosphäre, größeres Leistungsangebot und eine gute U-Bahn-Anbindung soll die neue Einrichtung bieten. Auf 700 m2 betreuen 25 Mitarbeiter - darunter zwei Ärztinnen - jährlich rund 160.000 Besucher.

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Office Kampus Gasometer (22. November 2002)
Am Donnerstag wurde der Grundstein für den Bau des "Office Campus Gasometer" in Wien-Simmering gelegt. 51.000 m2 Bürofläche werden bei den Gasometern errichtet. 2003 soll etwa ein Drittel des Projekts fertig sein.

 

Ein riesiger Bürokomplex als Spiegel für die Gasometer (23. November 2002)
Grundstein für den Office Campus gelegt
Am Donnerstag wurde der Grundstein für ein neues Großprojekt am Erdberger Mais bei den Gasometern gelegt: Den „Office Campus Gasometer".
Die Vorarbeiten laufen bereits seit zwei Monaten, ab dem Frühjahr 2004 werden sich dann die vier alten Türme der Gasometer in den Glasflächen des neuen Bürocenters spiegeln. Bis dahin soll der erste Bauabschnitt des Komplexes mit fast 21.000 Quadratmetern Bürofläche fertig gestellt sein.
Insgesamt werden mehr als 51.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Damit die im Gebäude tätigen Menschen schneller voran kommen, sind nicht weniger als 17 Lifte vorgesehen. Für den Simmeringer Bezirksvorsteher bedeutet der neue Office Campus, dass „neben attraktiven Wohn- und Einkaufsmöglichkeiten nun auch zusätzliche hochwertige Arbeitsplätze in den Bezirk gebracht werden".
Investor bei diesem Großprojekt ist die in London ansässige Fondsgesellschaft Europa Fund mit einem potenziellen Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro. Der Office Campus Gasometer ist laut Erik J. Ruane, Development Director der Gesellschaft, eines der wichtigsten Projekte des Unternehmens.

Bau und Immobilien
Report

 

Albatros im Anflug (11. Dezember 2002)
Neben den Gasometern sollen in den nächsten paar Jahren gut 85.000 Quadratmeter Bürofläche entstehen.
Lauschiges Platzerl. Entwickler fliegen nach wie vor auf Erdberg und Simmering. Von Franz Artner
Die magische Anziehungskraft rund um die Wiener Gasometer hält ungebrochen an. Nun haben die Entwickler des Bürohauses »McHenry« in der Lassallestraße, Interpool-Chef Christian Lippert, Graf Trapp und Freunde zugeschlagen. Sie werden in Erdberg einen Bürokomplex mit rund 35.000 Quadratmeter Nutzfläche errichten. Theoretisch, denn Brancheninsider vermuten, dass das Projekt nur baureif gemacht und verkauft werden soll. Wie dem auch sei, derzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren für das auf 50 Millionen Euro geschätzte Investment. Als frühestmöglichen Baubeginn nennt der mit »Albatros« betraute Projektmanager Michael Wögerer Anfang 2004.
Bis dahin soll die Liegenschaft an der Ecke Paragonsstraße/Erdbergstraße vom Bestand frei gemacht werden. Eine Druckerei zieht weg, und deren Hallen werden geschliffen. Geplant wurde »Albatros« vom Architektenteam Soyka/Silber/Soyka, was im Vorfeld für ziemlich heftige Diskussionen gesorgt hat. Die Planer bebauen mit dem »Office Campus Gasometer« nämlich auch ein Grundstück in nächster Nähe. Stadtrat Rudolf Schicker hätte lieber Vielfalt gesehen und deshalb ein Projekt von Ernst Hoffmann bevorzugt.
Ungetrübt davon blieb die offizielle Grundsteinlegung zum »Office Campus«, der ab 2004 vorerst mit gut 20.000 Quadratmeter Nutzfläche aufwarten wird und in der Endausbaustufe 51.000 Quadratmeter haben soll. »Ich bin froh, dass in Zeiten wie diesen ein Bürogebäude errichtet wird«, freute sich Schicker anlässlich der Feier. »Wir glauben daran, dass moderne Unternehmen so einen Standort suchen«, meinte Erik Ruane, Development-Director des Investors Europe Fund, der gemeinsam mit Zwerenz & Krause als lokalen Partnern insgesamt rund 100 Millionen Euro in den Standort pumpen wird. Was die Verwertung der Flächen betrifft, muss man die Ohren gut spitzen: »Wir kämpfen - so wie alle«, hieß es anlässlich der Feier aus berufenem Munde. Lauschiges Platzerl. Entwickler fliegen nach wie vor auf Erdberg und Simmering.


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