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Neues Leben in den Gasometern (30. November 1996)
Der geplante Kauf
eines Gasometerteils zur Unterbringung des Archivs durch die
Stadt Wien wird nach Ansicht des LIFallzu eilig
vorangetrieben.
WIEN (e. m.). "Das sieht mir nach einer Subventionierung der
GESIBA aus." Gabriele Hecht, Klubvorsitzende des Liberalen
Forums, äußert scharfe Kritik an dem von SPÖ
und ÖVP am Freitag im Kulturausschuß
gefaßten Beschluß, demzufolge der
Gemeinnützigen Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft ein
Teil des Gasometers D abgekauft werden soll, um dort das
Stadt- und Landesarchiv unterzubringen. In dem Antrag ist
von einem "maximalen Kaufpreis von 295 Millionen Schilling"
die Rede. Davon sollen binnen 14 Tagen 100 Millionen
Schilling genehmigt werden, danach bis Ende Jänner 1999
weitere 180 Millionen. Finanziert soll das ganze über
eine Budgetüberschreitung werden."Im Ausschuß
konnte niemand sagen, worauf sich der Kaufpreis
stützt", so Hecht, "keinem war ein Nutzwertgutachten
bekannt, keiner konnte die Dringlichkeit erklären."
Laut Hecht hat auch noch keine Baufirma den Zuschlag
erhalten. Sie betont zugleich, daß sie durchaus
für einen Grundsatzbeschluß zum Archivbau sei,
daß aber eine Summe von etwa 50 Millionen Schilling
als Anzahlung für Grund- und Planungskosten ausreichen
müßte. Auch die anderen Oppositionsparteien
stimmten übrigens gegen den Antrag; selbst die
Koalition fühlte sich laut Hecht "sichtlich nicht
wohl". Hecht hofft nun, daß beim Finanzausschuß
am Donnerstag die offenen Fragen beantwortet
werden. |