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Platz für Schildbürger
Im Oktober 1999 fiel der Startschuss für den Zubau zum Gasometer B, geplant von Coop Himmelb(l)au. Darunter befindet sich die Tiefgarage des Gaometer B und darauf steht das Gebäude, das von den Bewohnern liebevoll »das Schild« genannt wird. Platz für 116 Wohnungen, und Platz für die Wiener Gebietskrankenkasse.
Auf diesen Seiten waren von 1999 bis 2001 alle Informationen über die Gasometer nachzulesen. Auch die (damals) zukünftigen Shops im neueröffneten Gasometer hatte ich – Monate vor der Eröffnung – als Erster recherchiert. Alle relevanten Ereignisse, bis zum Einsturz der Veranstaltungshalle im Februar 2001 waren Thema dieser Seite. Im Sommer 2001 – bei der Eröffnung – war dann in der deutschen Internet-
Architektur-Zeitschift
AMBIDEA über derfewa.at folgendes zu lesen:
Die Tiefgarage unter dem Schild ist im Entstehen. Links ist die Guglgasse noch ohne das Entertainment Center. Im Bild rechts wird bereits am oberen Parkdeck gearbeitet, ganz rechts ist der Haupteingang in den Gasometer B zu sehen.
Füsse für das Schild. Hier wird die Schalung für die schrägen Füsse des Gebäudes vorbereitet.
Der Zubau aus der Vogelperspektive, mittels Krankamera aus 50 Meter Höhe.
Langsam erhebt sich der Schild in den Himmel. 17 Stockwerke – damit werden die Gasometer überragt – gilt es zu errichten.
Im März 2001 ist es schliesslich geschafft. In einer Bauzeit von 16 Monaten ist das Gebäude fertiggestellt. Platz für 116 Schildbürger. Nur zur Erinnerung: der Bau (1898) eines Gasometers dauerte etwas mehr als 2 Monate.
Entertainment

Anfang 2000 wurde bereits mit dem Bau der ersten Ausbaustufe der Gasometer begonnen. Das Entertainment Center, geplant vom Architekten Rüdiger Lainer wird gegenüber der Gasometer erreichtet. Schon in der Planungsphase wurde berücksichtigt, im Falle eines Misserfolges des Kinocenters, den Umbau als Büro- oder Universitätsgebäude zu ermöglichen. Und prompt meldete der ursprüngliche Betreiber noch in der Bauphase Konkurs an. (Nachzulesen in unserer Presseschau). Hollywood Megaplex ist dann als neuer Betreiber eingesprungen.
BA-CA Halle

Herausforderung für die Ingenieure war die Veranstaltungshalle im Gasometer B. Eine Rockhalle in einem Wohnhaus verbietet sich normalerweise von selber. Hier wurde das Experiment gewagt. Eine Betonkonstruktion die auf Gummifüßen ruht und keine baulichen Verbindungen zum Gasometer hat. Das Ergebnis: eine Pionierleistung, wenngleich das Experiment nicht nur erfolgreich war.
Vorbereitung für den Einbau der Halle. Im Bild rechts sind die Fundamente des Bauwerkes zu sehen, die mit schalldämmenden Gummiauflagen versehen wurden.
Hier zeichnet sich bereits die eiförmige Kunstruktion der Mehrzweckhalle ab.
Nach dem Einsturz der Halle im Februar 2001 wurde von der WBB (Wiener Brücken Bau) im Rekordtempo eine Stahlkonstruktion entwickelt und auf den verbliebenen Unterbau aufgesetzt.
Halle mit »Blechdach«, wenige Monate vor der Eröffnung. Damit wurde die »Bank Austria-Halle« planmässig im August 2001 eröffnet.
(Foto: © Thomas Pfeiffer)
Unmittelbar neben den Gasometern, bei der U3-Station befindet sich die Event- und Veranstaltungsfläche Gasometer Spot. Ein Zirkus gastierte beim Gasometer und die Fussball WM 2006 wurde hier live übertragen. Seit Ende 2008 gastiert die Simpl-Dependance PALAIS NOWAK sehr erfolgreich an dieser Stelle.
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Fotos: © Ing. Klaus Enser, Ewald Frühwirth, Thomas Pfeiffer
Turmhuldigung eines Bewohners
»Was sich auf Ewald Frühwirths Seiten zwischen zwei schwarz-gelben Baustellenbalken abspielt, ist hervorragend aufbereitet, sehr gut recherchiert, aktuell und allumfassend. Der künftige Bewohner des Gasometer A (Planung Jean Nouvel) informiert anschaulich in Wort und Bild bis ins kleinste Detail, – von der Historie über jeden Schritt des Umbaus bis zum Blick über die Landesgrenzen zu anderen Gasbehältern. Die Seiten stammen zwar unverkennbar von einem Profi, bewahren sich aber den Charme einer privaten Homepage.«
Verbindendes
Einige Brücken verbinden die Gasometer und das Entertainment Center. Die Verbindungsbrücke zwischen Gasometer B und C mit dem Eissalon und die Stahlkonstruktion zwischen Gasometer C/D und Kinocenter, die »Segafredo-Brücke«.
Die Brücke zwischen Gasometer B und C.
Die Verbindungsbrücke über die Guglgasse. Eine Konstruktion aus Stahl. Diese Brücke wurde am Boden zusammengebaut und mittels eines fahrbaren Spezialkranes, der extra aus Hamburg angefordert wurde, in seine Endposition gebracht.
Im Frühjahr 2001 wurde die Brücke über die Guglgasse fertiggestellt und auch das Baugerüst (hier vom Gasometer D) wird entfernt. Letzter Schritt war die Reinigung der Fassade. Behutsam, da die 100 Jahre alten Gasometer ja nicht »neu« aussehen sollten. Eine schweizer Firma hat diese feinfühligen Arbeiten durchgeführt.
Für die BA-CA Halle wurde eine große Tiefgarage errichtet. Insgesamt stehen im Gasometer ca. 1.000 PKW-Abstellplätze zur Verfügung. Die größte Anlage befindet sich zwischen Gasometer B und C. Hier einige Eindrücke von den Bauarbeiten.
Die Bauarbeiten unter der »B-C-Brücke«. 3 Garagendecks wurden gebaut.
Garageneinfahrt in die »B-Garage«. Hier musste ein Stück Gasometer abgefräst werden, damit die Autos die »Kurve kriegen«. Links oben ist ein Teil des Reglerhauses zu sehen.
Die fertige Garage unter dem »Schild«
Stelldichein
Letzter Feinschliff am Gasometer. Im Frühjahr 2001 wird an letzten Details gearbeitet. Auf unserem Foto ist noch das »Bauarbeiter-Restaurant« zu erkennen, ein alter Autobus, zur Bauarbeiter-Kantine umfunktioniert.